Wie lässt sich der Baustellenverkehr sicher und möglichst quartierverträglich abwickeln? Diese Frage wurde sowohl an der Mitwirkungsveranstaltung vom 1. Dezember 2025 als auch in der anschliessenden öffentlichen Mitwirkung mehrfach angesprochen. Besonders wichtig waren den Teilnehmenden die Sicherheit der Schulwege, die Belastung der Wohnstrassen und die Abstimmung mit weiteren Bauvorhaben im Quartier.
Die Rückmeldungen wurden aufgenommen und die möglichen Lösungen vertieft untersucht. Sämtliche im Mitwirkungsbericht aufgeführten Erschliessungsvarianten wurden unter Einbezug der Stadtpolizei, des städtischen Tiefbauamts mit Verkehrsplanung und Strasseninspektorat sowie der Stadtplanung geprüft. Anschliessend wurden die Ergebnisse mit den Bauherrschaften der Remishueb 3 und der Gemeinnützigen und Hilfs-Gesellschaft der Stadt St.Gallen (GHG) abgestimmt.
Zum untersuchten Variantenspektrum gehörten Einbahnführungen über die Brauerstrasse bis zur Oberen Waid beziehungsweise über den Straussenhausweg, direkte Baustellenzufahrten ab der Rorschacher Strasse sowie eine neue temporäre Erschliessungsstrasse zwischen der Klinik und dem Höchsterwald. Die Führung über die Obere Waid wurde unter anderem wegen der schmalen Strasse, des Gefälles, der Nutzung als Velovorzugsroute und der ungeeigneten Einmündung ausgeschlossen. Direkte Zufahrten ab der Rorschacher Strasse und eine neue Strasse zwischen Klinik und Wald würden erhebliche bauliche Eingriffe und zusätzliche Flächen beanspruchen. In der Gesamtabwägung erwiesen sich diese Varianten als nicht verhältnismässig.
Als Bestvariante wurde ein Einbahnregime für den Baustellen-Lastwagenverkehr gefunden. Die Zufahrt erfolgt über die Zilstrasse und die Brauerstrasse in Richtung Nordost beziehungsweise stadtauswärts. Die Wegfahrt führt über den Straussenhausweg zur Rorschacher Strasse. Dort wird die bestehende Lichtsignalanlage genutzt. Der abgebildete Übersichtsplan zeigt diese vorgesehene Verkehrsführung.
Ergänzend sind flankierende Massnahmen vorgesehen: Auf der Brauerstrasse wird die öffentliche Parkierung während der Bauzeit vorübergehend angepasst beziehungsweise reduziert. Auf dem Straussenhausweg sollen Massnahmen einen einspurigen und sicheren Verkehrsablauf ermöglichen. Hinzu kommen festgelegte Anlieferungszeiten unter Berücksichtigung des Schulbetriebs sowie ein Aufkolonnier- und Wartebereich für Lastwagen auf der Zilstrasse.
Die WBG REM3 hat sich zu dieser Lösung bekannt. Dasselbe Baustellenzufahrtsregime ist auch für das Bauvorhaben der GHG vorgesehen. Damit werden die beiden aktuell geplanten Vorhaben aufeinander abgestimmt. Für mögliche spätere Bauprojekte müssen die Verkehrsfragen in den jeweiligen Verfahren geprüft werden.
Mit der Bestvariante liegt eine gemeinsam geprüfte Grundlage für die weitere Planung vor. Die abschliessende Ausgestaltung und die verbindlichen Auflagen werden im Baubewilligungsverfahren festgelegt. Die im Plan gezeigte Lösung ist deshalb als vorgesehene Verkehrsführung zu verstehen.
Bild: Übersichtsplan Zufahrt Baustelle, Planungsbericht zum SNP Brauerstrasse 102, Abbildung 26, Seite 29. Quelle: Tiefbauamt Stadt St.Gallen; Bestvariante vom 9. September 2026.
Grundlage: Mitwirkungsbericht, Thema Baustellenverkehr, Seiten 24–25, im Anhang zum Planungsbericht, Stand September 2026.
